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Freitagsfakten: Du hast drei Sekunden!

du hast 3 Sekunden
Du hast 3 Sekunden!

Die Geschwindigkeit, mit der eine Website geladen wird – oder werden sollte – ist ein immer wieder heiß diskutiertes Thema.

Einschätzungen wie „schnell“ oder „langsam“ sind sehr subjektiv. Wer sowohl Highspeed-Verbindungen, wie auch quälend langsame DSL-Verbindungen in ländlichen Gebieten kennt, weiß, was gemeint ist. Was im Westerwald als schnell empfunden wird, wird jemand mit Glasfaseranschluss nicht ansatzweise ernst nehmen können.

Trotzdem gibt es handfeste Zahlen, was „schnell“ und was „langsam“ ist – und die gibt, wie sollte es anders sein, der Suchmaschinenriese Google vor.

Warum Google? Weil in Deutschland 9 von 10 Website-Aufrufen über Google passieren und Google Ladezeiten in die „Ranking Factors“ aufgenommen hat.

Was versteht Google unter „schnell“?

Die Frage ist eigentlich falsch formuliert, denn Google legt keinesfalls willkürlich fest, was schnell und was langsam ist. Vielmehr orientiert man sich am Verhalten der Nutzer – und die zeigen, je nach Geschwindigkeit der Seite, eine mal höhere und mal niedrigere Absprungrate.

So liegt die durchschnittliche Absprungrate bei einem Aufruf über ein Smartphone bei rund 32%.
Wenn die Seite 1 – 3 Sekunden zum Laden braucht. Ja, wir sprechen von Sekunden. Surfer sind ungeduldig!

Bei Ladezeiten zwischen 3 und 5 Sekunden steigt die Absprungrate auf fast 90%.

Natürlich sprechen wir hier von Durchschnittswerten.

Schnell ist subjektiv – aber messbar.

Auf der Seite eines Fotografen, eines Möbelhauses oder in einem Shop sind Websitebesucher sicherlich gewillt, länger zu warten. Überall dort, wo recht austauschbare Dienstleistungen oder Produkte angeboten werden, dort, wo es viele Mitbewerber gibt und dort, wo Menschen vielleicht nur einmal alle Jubeljahre nach einem Produkt oder einer Dienstleistung suchen, ist die Ladezeit jedoch immens wichtig. Besonders aber dort, wo Menschen „mal eben schnell“ in der Pause oder auch nach Feierabend auf dem Sofa nach etwas suchen, spielen die Ladezeiten der Website eine große Rolle.

Im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung ist es übrigens nicht nur die Zeit, die eine Rolle beim Ranking spielt, sondern eben auch die Absprungrate. Seiten, die eine hohe Absprungrate aufweisen werden ebenfalls schlechter gelistet.

Dass Geschwindigkeit wichtig ist, sieht übrigens nicht nur Google so. Auch Facebook hat im Zuge seiner jüngsten Algorithmenanpassungen Beiträge in der Sichtbarkeit beschränkt, deren verlinkte Website länger als 3 Sekunden braucht, um zu laden. (Mehr dazu hier: Facebook bevorzugt schnell ladende Seiten)

Der verschwenderische Umgang mit Speicherplatz auf Websites sollten in Zeiten des mobilen Internets also ein für alle Mal vorbei sein. Da wir über Zeiträume von wenigen Sekunden sprechen, spielt jedes KB, das geladen werden muss, eine Rolle.

Wer nun glaubt, dass das nicht so wichtig sei, weil die Menschen die Seite schon nicht unterwegs am Handy abrufen, irrt. Google plant, den „normale“ Index zugunsten des mobilen Index komplett abzuschaffen – Seiten, die nicht mobil optimiert sind (auch in Ladezeiten) werden also künftig schlechter in die Suchergebnisse einsortiert.

Geschwindigkeit als Nutzererlebnis

Aber es ist nicht nur eine Frage der Suchmaschinenoptimierung, warum eine Website schnell laden sollte. Es geht vor allen Dingen um den Nutzer – und der ist in Deutschland eh gebeutelt, was Internet-Geschwindigkeit und die Kosten für’s Internet angeht.

Deutschland liegt in Sachen schnellem Internet hinter Ländern wie Litauen und Lettland.

Deutschland liegt gleichzeitig an der Spitze, was die Kosten pro GB Datenvolumen angeht.

Wenig verwunderlich also, dass die Nutzer ungeduldig sind. Jedes KB, das geladen wird, kostet Zeit und Geld – und beides ist man im Internet nicht bereit zu investieren. Schon gar nicht, wenn man etwas oder jemanden sucht, das oder den man dann auch noch bezahlen muss. Je schneller eine Seite lädt, desto zufriedener sind die Besucher. Wartezeiten hingegen frustrieren. Und Frust ist ein schlechter Verkäufer.

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