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Web Literacy: Was ist der Cache?

Immer wieder kommt es vor, dass man als Kunde einer Webagentur zu hören bekommt: „Das liegt am Cache.“ – Was nach fauler Ausrede klingt, ist aber keine.

„Der Cache“ ist eigentlich schon nicht ganz korrekt – denn ein Cache kann einem an verschiedenen Instanzen rund um die Website begegnen.  Jeder Cache ist jedoch ein so genannter Puffer-Speicher. Ein Speicher also, in dem Informationen ablegt werden, die häufig aufgerufen werden, sich aber selten ändern. Das Ziel: Ladezeiten verkürzen.

Dem einen oder anderen ist es vielleicht schon mal passiert: Man hat bei Facebook sein Profilbild am Rechner geändert. Macht man die App auf dem Handy auf, ist da an verschiedenen Stellen trotzdem noch das alte Bild zu sehen. Auch das liegt in diesem Fall an einem Cache. Profilbilder ändern sich nicht alle 5 Minuten: Also wird das Bild in den Speicher gelegt, um nicht bei jedem Aufruf der App neu aus dem Internet geladen werden zu müssen. Das spart dann Datentransfer.

Wo gibt es den Cache?

Für Websites gibt es mehrere Instanzen, die cachen. Das ist immer dann komfortabel, wenn sich nichts ändert. Und ärgerlich, wenn man Änderungen macht, sie aber nicht zu sehen bekommt.

Zum einen haben viele Websites selbst einen Cache, diesen kann man in aller Regel im Administrationsbereich seiner Website leeren.

Browser haben einen Cache – sie merken sich nicht nur im Verlauf, welche Seiten besucht wurden, sondern speichern auch bestimmte Informationen (z.B. Bilder) zwischen. Auch diesen Cache kann man löschen.

Provider haben einen Cache: Das ist immer dann ärgerlich, wenn eine Website auf eine andere Domain oder zu einem anderen Hoster umzieht: je nach Hartnäckigkeit wird sogar einige Tage lang die alte Website anzeigt.  Einfluss darauf hat man nicht.

Google nutzt für seine Indizes einen Cache. Es kann also sein, dass man auf der eigenen Website etwas ändert, in den Suchergebnissen diese Änderungen (z.B. an Metadaten) nicht direkt auftauchen. Oder dass Seiten auftauchen, die längst nicht mehr existieren. Hier hilft übrigens die Google Search Console weiter. Dort lässt sich das „austragen“ von Seiten etwas beschleunigen.

Man kann sich vorstellen, dass verschiedene Instanzen, die verschiedene Inhalte und Informationen zwischenspeichern, bei Änderungen temporär Probleme verursachen können. „Cache“ ist also keineswegs keine Ausrede. Fragt das nächste Mal einfach, welcher Cache gemeint ist. Manchmal reicht es nämlich schon, den vom eignen Browser zu löschen.

Published inWeb Literacy

Ein Kommentar

  1. Dein Artikel erklärt toll die Bedeutung und auch die Auswirkungen von Caches!
    Eine kleine Ergänzung zum Provider-Cache:
    Schuld an der Verzögerung bei der Umstellung auf einen anderen Provider ist häufig der sogenannte DNS Cache. Der DNS Eintrag im DNS Cache auf dem eigenen PC verweist noch so lange auf die alte Adresse, bis die TTL des Eintrags abläuft. Dann fragt der PC wieder nach.
    Als Seitenbetreiber könnte man den DNS Provider (nicht notwendig der Webseitenprovider!) bitten, einige Tage vor der geplanten Umstellung der Seite, die TTL herabzusetzen. Der Browser fragt dann den DNS Dienst öfter ab und Änderungen werden schneller bekannt gemacht. Allerdings spielen nicht alle Provider mit…

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