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Freitagsfakten: DEN 1. Platz bei Google gibt es nicht

Vor einiger Zeit postete eine Dame aus einem handwerklichen Bereich auf Facebook sehr stolz, dass sie jetzt bei Google auf Platz 1 sei. Dass sie das völlig allein und selbständig geschafft habe und sich das nötige Wissen hierfür selbst angeeignet habe. Bereits im Thread zu ihrem Post wurden einige kritische Stimmen sichtbar, die versuchten, zu vermitteln, dass sie nicht überall auf Platz 1 sei, bei manchen sogar gar nicht auf den ersten 10 (!) Seiten auftauchte. Sie wischte das weg, sie werde schon noch herausfinden, woran das liege und auch da auf den ersten Platz kommen.

Natürlich ist er erstmal eine respektable Leistung, nach oben auf Seite 1 zu kommen. Dennoch zeigt die Aussage: „Ich finde schon heraus, woran das liegt und komme auch da auf Platz 1“, dass die betreffende Person letztlich nicht verstanden hat, wie Suchmaschinen funktionieren.

Google will es dem Suchenden recht macht – nicht dem Optimierer

Google selbst benennt über 200 Kriterien, die Einfluss auf die Anzeige auf den SERPs (Search Engine Result Pages = Suchergebnisseiten) haben können. Einer dieser zahlreichen Faktoren ist „Standort“: Mein Suchergebnis in München sieht anders aus, als das in Hamburg oder Berlin.

Außerdem setzt Google darauf, jedem Suchenden ein möglichst für ihn passendes Ergebnis zu liefern. Das bedeutet im Klartext: Google entscheidet anhand verschiedener Kriterien, welche Relevanz ein Ergebnis für das Individuum hat.

So ist es bei mir, die ich mich in den letzten Monaten viel mit dem Thema Seminare & Fortbildungen beschäftigt habe, so, dass bei mir Weiterbildungsangebote aus dem Bereich besagter Dame deutlich vor ihrer Website auftauchen. Weil Google eben festgestellt hat, dass Seminare für ich interessant sind.

Wer heute noch glaubt (oder gar behauptet), es gäbe DEN 1. Platz, der irrt gewaltig.

Der viel größere Irrtum in diesem Fall war aber: Die Dame hat auf ein Keyword optimiert, nach dem im Schnitt 10x im Monat gesucht wird, das gleichzeitig aber so allgemein gehalten war, dass mir dabei eben nicht Produkte, sondern Seminare angezeigt wurde.

Fehlerquelle: Untaugliche Keywords und Keyphrases

Es ist also völlig sinnlos, auf ein solches Keyword zu optimieren, wenn es der Konversion in einem Shop dienen soll, in dem Produkte zwischen 15 und 250 Euro verkauft werden. Selbst WENN jede der 10 Suchanfragen mit einem echten Kaufinteresse verbunden wäre (was es in dem Fall definitiv nicht sein wird, da das Keyword dafür zu allgemein war) und selbst WENN jedes Kaufinteresse auch in einem Kauf mündet (was es ebenfalls nicht tut, da kein Produkt wirklich jedermanns Geschmack trifft). Aufwand für die Optimierung und zu erzielender Nutzen stehen hier in überhaupt keinem Verhältnis zueinander.

Oder anders gesagt:

Nur was gesucht wird, kann auch gefunden werden.

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