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Was macht eine erfolgreiche Website aus?

72% der deutschen Unternehmen haben eine eigene Website. Doch anders als in den 90ern, als wir alle im Internet das Laufen lernten, ist „eine Website haben“ längst nicht mehr ausreichend. Wer eine erfolgreiche Website haben will, der muss ein bisschen mehr Zeit investieren, als die „In drei Minuten zur eigenen Website“-Versprechen einiger Baukastensysteme vermuten lassen.

Statistik: Anteil der Unternehmen mit eigener Website in Deutschland in den Jahren 2005 bis 2017 | Statista
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Bevor wir uns aber der Frage widmen können, welche Faktoren eine gute, zeitgemäße und erfolgreiche Website ausmachen, müssen wir uns die Frage stellen:

Was ist eine erfolgreiche Website?

Ist eine erfolgreiche Website eine, die viele Besucher hat? Auf der viele Seiten aufgerufen werden? Auf der die Besucher lange bleiben? Die über Google gefunden wird? Die hübsch ist? Die Kontaktaufnahmen generiert oder gar Verkäufe?

Die Antwort ist so eindeutig, wie unbefriedigend: Es kommt ganz darauf an!

Worauf es ankommt? Nun, zunächst mal auf die Frage: Was WILL man denn mit seiner Seite erreichen?

Betreibe ich ein Newsportal, auf dem Werbung geschaltet wird, will ich viele Besucher, die sich möglichst lange aufhalten und möglichst viele Seiten anklicken. Nur so verdiene ich Geld mit meiner Werbung. Möchte ich aber ein bestimmtes Produkt verkaufen, nützen mir viele Besucher nichts – ich brauche viel mehr die richtigen Besucher. Verkaufe ich ein Produkt, das recht unbekannt ist, nützt es mir nichts, über Google & Co. gut gefunden zu werden. Es wird nämlich niemand danach suchen.

Erfolg ist also zunächst davon abhängig, wie ich mein Ziel definiere. Meine Website wiederum muss dann diesem einen Ziel dienen.

1. Faktor: Zielsetzung

Betriebswirtschaftlich hat ein Unternehmen im Wesentlichen zwei Ziele: Gewinne halten oder Gewinne steigern. Das geht über drei Hauptwege:

  1. Umsatz steigern
  2. Kosten reduzieren
  3. Autonomie schaffen

Umsatzsteigerung durch eine Website kann vielfältig aussehen: Es können neue Zielgruppen oder auch Märkte erschlossen werden, man kann der Konkurrenz Kunden wegfangen, man kann bekannter werden – oder auch gleich zur Marke – und so ein größeres Stück vom Marktanteil für sich beanspruchen. Und das sind nur einige, wenige Punkte.

In jedem Fall sollte das Ziel der eigenen Internetpräsenz klar sein, bevor man überhaupt loslegt.

2. Faktor: Verständlichkeit

Wir alle kennen das: Man öffnet eine Website und fragt sich erstmal: „Verdammt, worum geht es hier eigentlich?“ Meistens macht man die Seite dann auch schnell wieder zu. Im Netz ist die nächste Website, die einem vielleicht besser weiterhilft, nämlich nur einen Klick entfernt.

Vielleicht liegt das daran, dass viele ihre Website schon ohne Ziel erstellt haben und es dann natürlich schwerfällt, die eigene Message rüber zu bringen.

Andere ergehen sich irgendwelchem Business-Bullshit-Bingo-Gelaber, statt auf den Punkt zu bringen, wer man ist, was man anbietet und wie man dem Besucher helfen kann.

Erfolgreiche Websites bringen auf den Punkt, worum es geht.

3. Faktor: Kunden- bzw. Lösungsorientierung statt Firmenzentrierung

Beliebt ist es bei vielen Firmen, die eigene Geschichte auf die Startseite zu packen. Die Firmenphilosophie darzulegen oder sich einfach in Selbstbeweihräucherung zu ergehen.

Was bringt dem Besucher das? Was bringt es dem Suchenden, der eine Lösung für sein Problem sucht? Genau: Nichts.

Erfolgreiche Websites bieten also Lösungen und sind produkt- im Idealfall sogar kundenzentriert und nicht firmenzentriert. Auch hier gilt: Im Netz ist der Mitbewerber einen Klick entfernt. Und wenn der hilft, statt sich selbst zu loben, ist der potentielle Kunde ganz schnell weg.

4. Faktor: Wiedererkennungswert

Ein gutes Logo hilft bei der Wiedererkennung, aber ein gutes Logo allein macht es nicht aus. Eine gute, moderne und erfolgreiche Website braucht einen Wiedererkennungswert. Wenn aber die Hälfte aller Websites gleich aussieht, weil z.B. das gleiche WordPress-Theme verwendet wird oder die Seiten aus einem Baukastengenerator gefallen sind, geht das optische Alleinstellungsmerkmal schnell flöten. Wenn die Website dann noch mit allerlei 08/15-Stockfotos oder den immer gleichen Herstellerbildern gespickt wird, werden Websites austauschbar – und mit Ihnen auch die Unternehmen, die dahinterstehen.

Eine erfolgreiche Website ist individuell entworfen – ohne Fertigthemes und  -templates – denn nur so ist sie einzigartig.

5. Faktor: Schnelligkeit

Dieser Faktor wird gerne unterschätzt. Tatsächlich ist es aber so, dass wir in Deutschland nach wie vor sehr viel digitale Diaspora haben. Wer schon mal in Westerwald oder Eifel unterwegs war und versucht hat, mobil eine Seite zu öffnen, der bekommt ein Verständnis davon, warum schnelle Ladezeiten und geringe Dateigrößen so wichtig sind. Aber nicht nur mobil. Besonders in den Industriegebieten deutscher Städte ist „Breitband“ mitunter tatsächlich Neuland. Um nicht zu sagen: unentdecktes Land. Wer seinen potentiellen Kunden hier zumutet, MB um MB zu laden, wird keinen Erfolg haben. Bei Websites, die bis zu 5 Sekunden laden, steigt die durchschnittliche Absprungrate deutlich – die Besucher haben einfach keine Lust, zu warten.

Man muss also schon ein sehr außergewöhnliches Produkt anbieten, damit potentielle Neukunden Geduld aufbringen. Natürlich sind diese Werte immer auch von Branche, Quelle und auch Intention des Suchenden abhängig. Jemand, der nach einer Kontaktmöglichkeit zu einem bestimmten Unternehmen sucht, wird länger warten, als jemand, der eine Googlesuche gestartet hat und 10 Tabs aufgemacht hat.

Erfolgreiche Seiten laden schnell und lassen den Besucher nicht sinnlos warten.

6. Faktor: Bedienbarkeit

Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist bei Weitem keine. Nur rund die Hälfte aller Websites von KMU sind „mobile friendly“ – was bei der anderen Hälfte ein ständiges Ärgernis auf Smartphones oder auch Tablets bedeutet. Da aber rund 2/3 aller Websiteaufrufe mittlerweile über mobile Endgeräte geschehen, ist die Frage der Bedienbarkeit tatsächlich nicht trivial. Natürlich unterscheidet sich die Nutzung mobiler Geräte von Branche zu Branche und als Faustregel kann man wohl sagen: B2B läuft mehr über Rechner, B2C mehr über Smartphones. Jüngere Zielgruppen erreicht man eher über mobile Geräte, ältere eher über Laptop & Co. Aber das ist wirklich nur eine grobe Einteilung. Genau weiß man es erst, wenn man sich seine tatsächlichen Zugriffszahlen anschaut und diese ggf. mit den Mitbewerberdaten vergleicht.

Wer jetzt aber glaubt, dass „Bedienbarkeit“ bei einer responsiven Website aufhört, der liegt gewaltig daneben.

Bedienbarkeit setzt auch eine klare Struktur der Website voraus – am Besten eine, in der der Besucher sich intuitiv zurechtfindet. Man sollte seine Besucher tunlichst nicht verwirren. Und dann sind da noch spezielle Bedürfnisse spezieller Zielgruppen.

Ältere Menschen (und mit „älter“ meine ich hier tatsächlich bereits 40+) haben zunehmend Probleme mit zu geringen Kontrasten. Wer hauptsächlich Bildschirmarbeiter ansprechen will, sollte das in der Wahl von Schriftart, -farbe und -größe berücksichtigen. Wer weiß, dass seine Seite vornehmlich abends, auf dem Sofa, beim Fernsehen angesurft wird, sollte sie vielleicht nicht zu hell gestalten – sonst wird der Besucher im dunklen Wohnzimmer regelrecht „geflashed“…

Es lohnt also in Sachen Bedienbarkeit ein paar Gedanken an die Zielgruppe zu verwenden. Von Dingen wie „Barrierefreiheit“ wollen wir hier mal ganz schweigen… (wenngleich man sich auch dazu ggf. Gedanken machen sollte)

Eine erfolgreiche Website ist user-friendly (und was das bedeutet, kommt auf die Zielgruppe an!)

7. Faktor: Leben

Viele Unternehmen setzen heute auf Content-Management – Systeme – folglich war es nie so leicht, eine Website auch ohne nennenswerte technische Fähigkeiten mit Leben zu füllen. Doch für viele Unternehmen ist eine Seite, die einmal online gebracht wurde, ein sehr statisches Gebilde. Das ist langweilig. Insbesondere dann, wenn ursprünglich mal – mit viel Ambitionen – eine Rubrik „Neues“ oder „Aktuelles“ geschaffen wurde, die dann seit 3 Jahren brach liegt. Eine Seite, die lebt, auf der sich auch mal etwas verändert und die immer wieder mal etwas Neues für Ihre Besucher zu bieten hat, macht einfach den Eindruck, dass man dem Unternehmen als Besucher wichtig ist.

Wer sein Schaufenster regelmäßig umdekoriert, sollte definitiv mal überlegen, ob man der Website nicht auch ab und an Aufmerksamkeit schenken sollte.

Wichtig ist aber in jedem Fall: Die Seite sollt up-to-date sein. Wenn ein Kunde Frau Schmitz sprechen will, weil die als Ansprechpartner aufgeführt ist, sorgt für Irritationen, wenn die Dame seit 2 Jahren nicht mehr im Unternehmen arbeitet.

Erfolgreiche Websites leben, überraschen und informieren.

8. Faktor: Findbarkeit (SEO)

Wo wir gerade bei „Leben“ sind – auch für die Suchmaschinenoptimierung ist eine Website, auf der sich was tut, wichtig. Für die meisten Websites soll man die Suchmaschinenoptimierung tatsächlich nicht aus den Augen lassen. Google ist Einstiegspunkt Nr. 1 für die meisten Websurfer. Natürlich ist SEO nicht das alleinige Heilmittel, wenn es um den Erfolg oder Misserfolg einer Website geht. Aber wenn man davon ausgeht, dass man gesucht wird, sollte man auch dafür sorgen, dass man gefunden wird. Und zwar mit den Begriffen, die auch wirklich gesucht werden. Nicht denen, die sich besonders einfach optimieren lassen oder die man selbst suchen würde.

Eine erfolgreiche Website wird gefunden – von den Richtigen!

9. Faktor: Investitionsfestigkeit

Eine wirklich gute Website – technisch, inhaltlich, strukturell – kostet. Wahlweise Geld oder Zeit. Und beides nicht zu knapp. Daher ist es absolut unerlässlich, darauf zu achten, dass die Seite auch eine gewisse Zeit lang bestehen bleiben kann. Idealerweise, bis sie sich amortisiert hat. Dafür spielt z.B. die Wahl des Systems eine wichtige Rolle. Es gibt auch heute noch Systeme (z.B. Shopsysteme), für die es quasi unmöglich ist, Updates einzuspielen, weil alle Änderungen am Layout im Kern selbst vorgenommen werden und ein Update diese Änderungen überschreibt. Das ist entweder im Sinne der Systemsicherheit eine Katastrophe – oder auf Dauer sehr teuer.

Auch Systeme oder auch Themes, die sehr viele Erweiterungen zum Kern benötigen (wie es z.B. bei vielen WordPress-Themes der Fall ist), bergen immer die Gefahr, dass irgendwelche Updates nicht kompatibel sind oder im schlimmsten Fall Sicherheitslücken entstehen lassen.

Ein weiterer Punkt in Sachen „Investitionsfestigkeit“ ist die Wahl des CMS. Es gibt Agenturen, die selbsterstellte CMS verwenden, die sicher einige Vorteile bringen. Sie haben aber auch einen gewaltigen Nachteil für den Kunden: Sie sind an diese eine Agentur gebunden. Komme, was da wolle.

Für gängige CMS wie Joomla!, WordPress, Contao, Typo 3 etc. wird sich immer eine andere Agentur finden, die eine solche Seite übernehmen kann. Ein Agenturwechsel oder auch das Schließen einer Agentur bringt dann keinen Totalschaden mehr.

Erfolgreiche Websites setzen auf bewährte Systeme, die regelmäßig mit Updates versorgt werden können.

10. Faktor: Gesamt-Konzept

Eine erfolgreiche Website existiert nicht losgelöst in einem eigenen Kosmos. Die Website ist Dreh- und Angelpunkt für alle Marketingmaßnahmen im Netz. Das Onlinemarketing an sich ist aber auch nur ein Teilbereich des Gesamt-Marketings eines Unternehmens. Verschiedene Unternehmensbereiche müssen hier Hand-in-Hand arbeiten. Ob das nun IT, Marketing, Vertrieb oder auch Personalwesen ist. Die Website muss in das Gesamt-Konzept des Unternehmens passen und nicht auf Teufel komm raus etwas darstellen, weil es „cool“ ist.

Und hier schließt sich auch wieder der Kreis zum 1. Punkt: Der Zielsetzung.

Eine erfolgreiche Website ist ein Baustein eines größeren Konzepts

 

Als Internetagentur mit fast 2 Jahrzehnten Erfahrung haben wir natürlich viele Trends kommen und gehen sehen. Bei manchen macht es Sinn, dass man sie mitmacht, bei anderen vielleicht nicht. Beratung ist uns deswegen wichtig: Denn eine Website ist vor allen Dingen dann sinnvoll, wenn die Unternehmen, die sie betreiben, hinter ihr stehen. Wie das in Ihrem Unternehmen aussehen kann? Das können wir gerne bei einer Tasse Kaffee besprechen: Schreib uns: buero@werk70.de

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